DER ENGELSTURZ
UND DAS VERLORENE SCHULDBEWUSSTSEIN

 

 

PROLOG

 

Der ehemalige Messdiener

 

Ein pensionierter Beamter erzählte mir, dass er als Junge katholisch war und sogar als Messdiener gedient hatte. Er erinnert sich gerne zurück an diese Zeit. Jetzt aber ist es mit dem Glauben vorbei. Für ihn sei es unerträglich geworden, permanent in die Rolle des Sünders hineingezwungen zu werden. Für ihn ist die Erbsünde von all dem Sündenspektakel das Unerträglichste, was man ihm weismachen wollte. Lieber glaubt er an gar nichts mehr, als an solch einen Unsinn. Dennoch hält er Kontakt mit Gläubigen aller Richtungen und überhaupt versteht er sich mit allen Menschen gut.

 

Die ehemalige Lehrerin

 

Eine pensionierte Lehrerin, die inzwischen pflegebedürftig ist und auf fremde Hilfe angewiesen ist, gibt sich in Gesprächen immer sehr tolerant, vor allem in religiösen Fragen. Sie glaubt an Gott und sie hat auch viel gelesen, auch über Karma und Reinkarnation. Die Frage, ob sie sich auch mit der Prophetie genauer befasst hat und ob sie sich auch für die Prophetie in der Jetztzeit interessieren würde, bejahte sie zunächst, was allerdings sehr schnell und seltsam abrupt endete. Ihr Gott, an den sie glaubt, vergibt alle Sünden und zwar schon, bevor man sündigt. Oh, wie schön!...

 

Hochmut kommt vor dem Fall ...

 

Das verlorene Schuldbewusstsein hat viele Gesichter, aber ihnen allen ist die Flucht vor der Verantwortung gemeinsam. Nur ganz wenigen Menschen ist bewusst, dass wir Menschlein „gefallene Engel“ sind. Unser Verhältnis zur Schöpfung, dessen Teil wir sind, und unser Verhältnis zu unserem Schöpfer, am Zustand der Natur sichtbar, ist erkennbar gestört. Stört uns das nicht? Warum scheint uns das nicht zu stören? Sehen wir das Leid der Tiere und Pflanzen nicht? Doch wir sehen es, aber wir sehen nicht, dass wir die Urheber der Zerstörung sind. Wieso stört uns die Zerstörung so wenig? Wo ist unser Schuldbewusstsein geblieben? Mehr dazu im folgenden Dialog.

 

* * *

 

DIALOG

 

Frage 01

Was verbirgt sich hinter dem Fall, dem der Hochmut vorangeht, und was verbirgt sich hinter dem Fallgeschehen?

 

Im Stillen kennt doch fast jeder den Sündenfall im Paradies, aber wir nehmen diese Realität nicht mehr als Realität wahr. Allerdings entstellt die Geschichte von Adam und Eva des alten Testaments der Kirchenbibel, die uns den Sündenfall im Paradies in Form eines Märchens schildert, meiner Ansicht nach auf mehrfache Weise das wirkliche Fallgeschehen. Man kann Tatsachen unglaubwürdig machen, indem man sie so sehr verklausuliert, dass die Wahrheit kaum noch zu erkennen ist. Die Kirchen verkennen stets die Wahrheit, denn sie verachten die Wahrheit.

 

Frage 02

Steckt denn in der Schilderung vom Sündenfall von Adam und Eva nicht wenigstens ein Teil der Wahrheit, die uns aufhorchen lassen könnte?

 

Jede Lüge funktioniert ja nur, wenn sie Teile der Wahrheit enthält. Ich persönlich erkenne nur einen einzigen Fakt in der Adam-und-Eva-Story als wahr an, nämlich, dass es einen Sündenfall gegeben hat und auch gegeben haben muss. Wenn aber der Sündenfall so sehr entstellt wird, dass dieser von ernsten Menschen nicht mehr ernst genommen werden kann, dann ist eines erreicht, was zu allen Zeiten schon immer das Ziel der Priester und Kleriker war und ist, nämlich: Gezielt Verwirrung, Verdummung, und Desinformation zu stiften, ganz im Dienste weltlicher Macht.

 

Frage 03

Sind denn Gleichnisse, Geschichten und Metaphern grundsätzlich untauglich oder abwegig, um schwer zu vermittelnde Inhalte zu vermitteln?

 

Natürlich nicht, denn auch Jesus von Nazareth hat sich oft der Gleichnisse bedient, um die Wahrheit verständlicher an die noch Ungläubigen heranzutragen. So ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn ein schönes und begreifliches Bild dafür, dass keine Seele verloren ist, aber auch dafür, dass jede Seele und jeder Mensch aus freier Entscheidung sich selbst auf den Weg zurück zum Vater begeben muss, wenn der Sohn die Abkehr vom Vater bereut. Wer das tut, der wird Vergebung und Aufnahme finden. Solche Gleichnisse fördern Einsicht und Selbsterkenntnis.

 

Frage 04

Was ist denn inhaltlich an der Adam-und-Eva-Story konkret so unglaubwürdig, was viele Menschen davon abhalten könnte, an den Sündenfall und seine Folgen zu glauben, wie er sich tatsächlich zugetragen hat?

 

In den Christus-Offenbarungen durch die Prophetin Gabriele, die ich persönlich für richtig und echt halte, ist uns das Fallgeschehen völlig anders dargestellt, und zwar plausibel und stimmig. Wenn ich die aktuellen Offenbarungen richtig verstanden habe, dann hat der Sündenfall nicht in einem Paradies auf Erden und nicht im Menschenleib stattgefunden. Auch das Verbot Gottes, Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen und die Schlange als Verführerin erscheinen mir sehr suspekt. Das Schlimmste jedoch ist die angebliche Reaktion Gottes … ...

 

Frage 05

Was ist denn an der angeblichen Reaktion Gottes unwahr oder vielleicht sogar ursächlich dafür, dass sich die meisten Menschen heutzutage nicht als Teil des Sündenfalls erkennen wollen oder können?

 

Was Andere an der Adam-und-Eva-Variante abstößt, kann ich nicht sagen. Was uns hier aber aufgetischt wird, das ist ein wütender Strafgott, der Adam und Eva zornig und mit schmerzhaften Straf-Auflagen aus dem Paradies verjagt haben soll. Das ist typisch Kirche und Teil des Pfaffen-Größenwahns aller Zeiten bis heute. Nur der Herr Pfarrer kann diesen zürnenden Kirchen-Gott milde stimmen und wir, die zur Erkenntnis von gut und böse unfähig sein sollen, brauchen den Priester-Gehorsam! Wer soll so einen Unsinn für wahr halten, ohne vollends zu verblöden?

 

Frage 06

Na gut, überlassen wir es jedem Einzelnen, wie er sich zu der Geschichte des Sündenfalls im Paradies und zu der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies stellt. Wie hat sich denn der Sündenfall in Wirklichkeit zugetragen?

 

Um es mit einem einfachen Satz zu sagen: Wir alle haben uns als ehemalige reine Geistwesen, einst im ewigen Reiche Gottes lebend, gegen Gott gestellt. Der Hochmut eines Erzengels, der uns als Luzifer bekannt ist, hat viele weitere Engel mit seinem Hochmut infiziert. Viele Engel haben sich in das niedere, gottferne Denken hinabziehen lassen. In heutiger Denkart und Sprache könnte man sagen, dass wir uns in Opposition zu Gott begeben hatten, weil wir als ehemalige Engel eine andere Schöpfung wollten. Wir wollten selbst Gott sein, selbst Schöpfer sein.

 

Frage 07

Bedeutet das, dass am Beginn des Fallgeschehens gewisse Gedanken und Ideen aufkeimten, die eine andere und „bessere“ Schöpfung wollten?

 

Noch schlimmer: Wer die Schöpfung Gottes zu verbessern vorgibt, der stellt das Werk Gottes doch in Frage indem er das Gute ungut nennt. Dahinter steckt doch die Wahn-Idee, die die Liebe und die Weisheit Gottes und Seine Allmacht in Abrede stellt. Dem musste ja irgendwann die Sabotage an der Schöpfung Gottes folgen. Uns ist offenbart, so habe ich es jedenfalls verstanden, dass der weibliche Engel Luzifer die Schöpfung insgesamt abgelehnt haben soll, mit dem Ziel wieder in den Urstrom zurückkehren zu können, wo er wieder gottgleich sein könnte.

 

Frage 08

Wenn man sich das Treiben der Menschheit auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technik kritisch anschaut, dann zeigt sich tatsächlich eine nahezu allumfassende „wissenschaftlich-technisch-innovativ“ motivierte Zerstörung der Natur durch den Menschen. Tobt in uns Menschen ein unbewusster Zerstörungstrieb, der es auf die Zerstörung des Lebens und der Schöpfung Gottes abgesehen hat?

 

Das soll und darf jeder für sich selbst entscheiden, so, wie er sich selbst sieht. Aus meiner Sicht stellt sich der Mensch doch selbst infrage, wenn er die Schöpfung nicht als genial und vollkommen anerkennt, indem er in seinem Größenwahn glaubt, sie verbessern zu müssen. Sind wir nicht selbst Teil der Schöpfung Gottes? Warum gibt es kaum noch Menschen, die sich als Kinder Gottes sehen? Wer glaubt, die Schöpfung verbessern zu müssen oder zu können, stellt sich sogar über Gott. Ist die Natur etwa eine Fehlkonstruktion? Kann der Mensch Leben schaffen?

 

Frage 09

Nochmal zur Frage der Vertreibung aus dem Paradies: Hat Gott uns vertrieben – ja oder nein – und wie hat Gott denn die Fallwesen behandelt, nachdem sie sich von Gott abgesetzt haben?

 

Uns ist offenbart, dass der Erzengel Michael die Fallwesen hinausbegleitet hat. Von einer Vertreibung kann nicht die Rede sein, sondern genau das Gegenteil von einer Vertreibung ist uns offenbart, nämlich: Gott gab uns Fallwesen freies Geleit und dazu noch ein Quantum von göttlicher Lebensenergie mit auf den Weg, womit wir, die Abtrünnigen, uns selbst beweisen können, wo wir landen, wenn wir uns aus der Einheit in und mit Gott verabschieden, um unser „eigenes Ding“ zu machen. Das Resultat liegt nun vor. Jetzt ernten wir sichtbar, was wir gesät haben.

 

Frage 10

Im Prolog ist von einem ehemaligen Messdiener, einem pensionierten Beamten, die Rede und von einer ehemaligen Lehrerin, die jetzt pflegebedürftig ist. Beide haben eine scheinbar konträre Haltung zur Sünde, also ein unterschiedliches Schuldbewusstsein. Was hat diese Einleitung mit dem Thema Engelsturz zu tun?

 

Die Abwendung der Fallwesen von der Einheit in und mit Gott hatte und hat einen Zwiespalt zur Folge, der uns bis heute prägt, und zwar nicht nur im Verhältnis zu Gott, sondern auch untereinander. Was alle Fallgedanken aller Fallwesen eint, ist die Flucht vor dem Schuldbewusstsein, vor der Verantwortung. Die Flucht vor der Verantwortung hat nun viele Gesichter. Zwei davon sind im Prolog gezeigt. Die meisten Menschen wollen sich nicht als Sünder sehen oder erkennen und andere sind der Meinung, man dürfe sündigen, so, als wäre das Sündigen Gottes Wille.

 

Frage 11

Sich selbst ungerne als Sünder sehen zu wollen, das lässt sich, aus menschlicher Perspektive, noch nachvollziehen, aber schwer begreiflich sind doch solche Ideen, die uns quasi das Sündigen erlauben sollen, und wonach es eine Art automatische Vergebung unserer Sünden durch Gott geben soll, quasi sogar im Voraus. Wer lehrt denn so einen Unsinn?

 

Diese Variante einer angeblichen „Vergebungs-Automatik“ stammt aus dem Hirn des Protestanten Martin Luther, dem geistigen Chef der lutherischen Protestanten. Luther revoltierte ja bekanntlich gegen den katholischen Klerus, der, damals wie heute, einen perversen priesterlichen Personenkult betrieb und betreibt. Die katholischen Priester spielen sich als Stellvertreter Gottes auf Erden auf, inklusive der Macht der Vergebung von Sünden. Luther musste dafür einen Ersatz schaffen. So kam er auf die Idee der „erlaubten Sünden“ mit „automatischer Vergebung“.

 

Frage 12

Was hat es mit der Erbsünde auf sich, wonach jeder Erdenbürger von Geburt an sündig sein soll? Sind wir alle Sünder, schon von Geburt an?

 

Wer das Reinkarnationsgeschehen und die Karma-Frage in seinem Bewusstsein hat, dem stellt sich diese Frage gar nicht. Ich persönlich finde interessant, dass das Wort „erben“ im Wort „sterben“ enthalten ist. Jeder Mensch weiß, dass er geboren ist und dass er sterben wird. Aber Urchristen wissen, dass nur der irdische Leib stirbt, nicht die Seele und nicht der Geist in uns. Erben hat also etwas mit Sterben zu tun. Aus Sicht der Reinkarnation erben wir bei unseren Einverleibungen unsere eigenen Vorgaben aus früheren Leben, auch unsere unbereinigten Fehlhaltungen.

 

Frage 13

Wenn jeder Mensch der Erbe seiner eigenen Eingaben aus früheren Leben ist, also quasi jeder sein eigener Erbe und Nachfolger ist – wie kommt es dann, dass sich so viele Menschen dieser Tatsache gegenüber verschließen?

 

Hochmut kommt vor dem Fall. Diese altbekannte Weisheit, liefert den Schlüssel für die Antwort auf diese Frage. Dem Fallgeschehen ging also der Hochmut voraus. Mir scheint, dass Hochmut, Stolz und Größenwahn, die Hauptquellen der weitverbreiteten Uneinsichtigkeit sind. Schuldbewusstsein setzt ja Einsicht voraus und Einsicht folgt der Selbsterkenntnis, einschließlich der Bereitschaft zur Selbstkritik. Da das Fallgeschehen bis dato anhält, muss auch das Hauptmotiv, der Hochmut, noch in uns allen drin sein, wenn auch in unterschiedlichen Maßen.

 

Frage 14

Nochmal nachgefragt: Warum verschließen sich fast alle Menschen der Einsicht, dass wir selbst die Urheber aller Übel auf Erden sind, ob es sich um harte Einzel-Schicksale oder Massenschicksale handelt?

 

Wir, fast alle Menschen, sind noch immer die gleichen Fallwesen, die glauben, sie könnten ohne Gott ein gutes oder gar besseres Leben gestalten. Bis in die heutige Zeit leben fast alle Menschen und Seelen in den jenseitigen Reinigungsebenen in der ursprünglichen Wahnvorstellung, wie Gott, von dem wir alle abstammen, sein zu wollen und zu können. Diese innere Fehlhaltung ist uns meist nicht bewusst, aber sie ist dennoch der eigentliche Motor, der uns immer wieder in dieser Illusion gefangenhält. Ohne Gott geht gar nichts – das werden irgendwann alle erkennen.

 

Frage 15

Bedeutet das, dass ohne das Fallgeschehen im Hinterkopf zu haben, wir als Menschen nicht dazu in der Lage sind, die Wurzeln aller Übel dieser Welt in dieser Zeit zu erkennen ?

 

Ich selbst war einst ein feuriger Anhänger der Idee: „Es rettet uns kein höh´res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun – uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun!“ Das Zitat stammt aus der Hymne der revolutionären Arbeiterbewegung, der sogenannten Internationale. Dieser folgenschwere Irrtum scheint noch hartnäckig in allen Hirnen zu nisten, auch in jenen, die von sich glauben, keine Kommunisten zu sein. Man muss auch kein Kommunist sein, um so zu ticken, aber man ist dann ein Materialist, was die Kommunisten ja auch sind.

 

Frage 16

Nochmal anders gefragt: Ist es so, dass wir, solange wir uns noch nicht als gefallene Engel sehen, die seit dem Fallgeschehen bis heute in Opposition zu Gott stehen, Gefangene unserer Irrtümer bleiben werden?

 

Ein wesentlicher Aspekt der Wahrheit ist, dass alles mit allem zusammenhängt. So ist das Fallgeschehen, oft auch Engelsturz genannt, in enger Verbindung mit dem Reinkarnationsgesetz, dem Gesetz von Saat und Ernte und dem Bewusstsein der Kindschaft Gottes aller Lebewesen, auch der Menschen, als Ganzes zu sehen. Die Allkraft allen Seins ist Gott und Gott ist in allem, was ist. Selbst in dem Unguten und Bösen ist Gott, allerdings in Form umgepolter göttlicher Energie mit niederer Frequenz. Letzteres ist durch die Kraft der Erlösung, durch Christus, vergänglich.

 

Frage 17

Sind das Geistbewusstsein und die Anerkennung, dass wir als Mensch, also jeder Mensch, Teil des Fallgeschehens sind, identisch und ist das Geistbewusstsein Voraussetzung für die Entfaltung der inneren Christuskraft der Erlösung?

 

Wer sich darüber im Klaren ist und wer in dem Bewusstsein lebt, ein gefallener Engel zu sein, also ein ehemals reines Geistwesen, das sich einst dazu hat verleiten lassen, zu unserem Schöpfer in Opposition zu gehen, der ist auf dem besten Wege, die in allen Menschen und Seelen ruhende Christuskraft der Erlösung zu entfalten. Wer jedoch seine Herkunft nicht kennt oder sie verkennt oder verleugnet, weil er sich noch zu wohl in seinen Sünden fühlt, kann sich so lange noch nicht von dem Menschlichen und dem Allzumenschlichen lösen, wie er sich noch prostituiert.

 

Frage 18

Was ist mit der Formulierung „sich prostituieren“ gemeint?

 

Ursprünglich prostituiert sich derjenige, der der Prostitution nachgeht. Im Laufe der Zeit hat dieser Begriff eine Verallgemeinerung erfahren. Wenn sich jemand in den Dienst moralisch fragwürdiger oder niederer Zwecke stellt, und sich selbst dadurch herabwürdigt und erniedrigt und sich dafür auch noch honorieren lässt, dann drückt man das bildlich aus, indem man sagt: „ Er oder sie prostituiert sich“. Man sündigt also. Z.B. verrichten Menschen ungute, böse Arbeiten, lassen sich dafür bezahlen und wissen oft sehr wohl, dass sie eine schändliche Arbeit tun.

 

Frage 19

Lässt sich das „Sich-Prostituieren“ an einigen Beispielen verdeutlichen?

 

Alle „Berufe“, deren Ausübung direkt und ganz klar gegen eines der Zehn Gebote Gottes durch Moses verstoßen oder die Regeln des Friedens und des Lebens in der Bergpredigt Christi missachten, lassen sich unter das „Sich-Prostituieren“ buchen. Beispiele: Soldaten und Bedienstete der Bundeswehr, Richter und Polizisten, Schlachter in Schlachtbetrieben, Angestellte im Vertrieb von Fleischprodukten, Bedienstete in den Mastanstalten und Massentierhaltungen, Forscher auf dem Gebiet der Genmanipulation, Angestellte der Atomindustrie und dergleichen mehr.

 

Frage 20

Das würde ja bedeuten, dass der größte Teil der sogenannten gewerblichen Lohnarbeiten und auch ein großer Teil selbständiger Arbeiten und Dienstleistungen aus dieser Perspektive heraus zu unterlassen wären. Dann würde aber doch unsere Wirtschaft zusammenbrechen. Ist das Gottes Wille?

 

Die Wirtschaft“ bricht auch mit den sündigen Arbeiten ständig in sich zusammen, weil „die Wirtschaft“, die wir heute betreiben, der Befriedigung nach Luxus und Macht, Genuss und Vergnügen dient, statt dem Gemeinwohl im Einklang mit der Natur und den göttlichen Naturgesetzen. „Die Wirtschaft“ ist eine Wirtschaft der Forderungen und nicht eine Wirtschaft der Liebe zu Gott und Seiner Schöpfung. Wir sind auf Erden, um wieder göttlich zu werden. Das ist die Konsequenz aus dem Leid, das wir uns täglich selbst „erwirtschaften“. Arbeit ist Dienst für Gott.

 

Frage 21

Was hat das Wissen oder die Gewissheit, ein gefallener Engel zu sein, bzw. ein ehemals reines Geistwesen zu sein, das sich einst gegen Gott gestellt hat, für Auswirkungen auf das praktische Leben? Warum brauchen wir dieses Bewusstsein?

 

Im Titel dieses Kapitels ist von dem verlorenen Schuldbewusstsein die Rede. Ein fehlendes Schuldbewusstsein verhindert die Wandlung vom Bösen zum Guten. Es lässt das Gewissen nicht zu Wort kommen, wenn es darum geht, unsere Haltung zu Fragen des Lebens und unser daraus resultierendes Verhalten vorher oder im Nachhinein zu prüfen. Die Gerechtigkeit kann sich nicht entfalten, der Geist des Friedens auch nicht und wir werden blind für das Wohl unserer Mitmenschen. Wir stumpfen ab, wir erkalten, wenn wir kein Schuldbewusstsein zulassen wollen.

 

Frage 22

Um ein Schuldbewusstsein zu entwickeln, muss man doch Kenntnis von dem Fehlverhalten haben, was konkret vorliegt. Ein allgemeines Schuldbewusstsein ohne die genaue Kenntnis vergangener Taten kann sich doch gar nicht entwickeln. Wie verhält es sich damit?

 

Auf den ersten Blick scheint das so zu sein. Das Wissen um das Fallgeschehen als solches reicht natürlich nicht. Die Abwendung von Gott, die wir Fallwesen vor unvorstellbaren Zeiten vollzogen hatten, ist ja nicht folgenlos. Unser Abstieg in die materiellen Welten ist untrennbar mit dem Reinkarnationsbewusstsein und mit dem Gesetz von Saat und Ernte zu sehen. Die Menschwerdung und die Kette von Reinkarnationen haben sich sukzessive über Äonen entwickelt. Je tiefer wir gefallen waren, desto mehr verdichteten sich unsere belasteten Seelen zur Materie.

 

Frage 23

Was bedeutet das konkret?

 

Das Fallgeschehen hat sich stufenweise vollzogen. Es entstanden Fallreiche, von denen einsichtige Fallwesen die Rückkehr ins Reich Gottes antreten konnten, was wohl auch teilweise geschah. Die Uneinsichtigen fielen immer tiefer. Ihr Geistleib verdichtete sich immer mehr, bis zu dem Zustand, dem Endzustand, in dem wir heute, im Gefängnis von Raum und Zeit, leben. Die ehemaligen Fallebenen sind seit der Inkarnation Christi in den Menschen Jesus von Nazareth zu Ebenen der Reinigung verschatteter Seelen geworden, wo die Verstorbenen leben und wirken.

 

Frage 24

Damit wissen wir aber immer noch nicht, für welche zurückliegenden Sünden wir ein Schuldgefühl entwickeln sollen. Wie soll und wie kann das funktionieren?

 

Wir, die wir heute als Menschen auf der Erde leben, können und sollen an dem gegenwärtigen und desolaten Zustand der Erde, der Natur und aller Lebewesen auf Erden, einschließlich der Menschheit selbst, erkennen, dass wir Menschen allein die Urheber dieses gigantischen Werkes der Zerstörung und der Selbstzerstörung sind. Es ist das verlorene Schuldbewusstsein im Zusammenhang mit der Leugnung der Reinkarnationslehre, des Kausalgesetzes als Teil des Fallgeschehens, das uns daran hindert, dass sich jeder selbst als einen Teil des Kollektiv-Karmas erkennt.

 

Frage 25

Demnach ist es also nicht erforderlich, dass wir die Sünden aus unseren Vorleben kennen müssen, um einsichtig zu werden?

 

Wir würden unter der Kenntnis der Last all unserer Sünden zusammenbrechen, die wir in vielen Inkarnationen verbrochen haben. Wenn wir auf die Erde kommen, dann bringen wir ja einen Teil unserer Sünden als Anlage, als Schatten in unserem Charakter, mit in dieses Leben. Selbst damit können oder wollen sich viele Menschen nicht abfinden. Wie sollen wir die ganze Last aus unseren Vorleben aushalten, wenn wir nicht einmal dazu bereit sind, die Verantwortung für unsere jetzigen Charaktermängel zu übernehmen? Wir sollen in der Gegenwart leben.

 

Frage 26

Was bedeutet die Aussage: „Wir sollen in der Gegenwart leben“?

 

Uns ist offenbart, dass wir uns in dieser Inkarnation mit unseren Fehlhaltungen, die wir in dieses Leben mitgebracht haben, befassen sollen. Es ist unsere Aufgabe, unsere täglichen Verhaltensweisen dahingehend zu beobachten und zu prüfen, ob wir im Einklang mit dem göttlichen Gesetz sind. Wir sollen also unser Gewissen in unserem Alltag einbringen und das funktioniert nur in der Gegenwart. Was ich heute empfinde, heute denke, heute sage und heute tue, das soll ich wägen und das soll ich im Geiste Christi bereinigen, wenn ich mich selbst beim Sündigen ertappe.

 

Frage 27

Kommen wir noch einmal auf das verlorene Schuldbewusstsein zurück. Was ist genau unter dem verlorenen Schuldbewusstsein zu verstehen?

 

Zunächst ist das verlorene Schuldbewusstsein mit Gewissenslosigkeit oder mit Gewissensarmut identisch. Wir tun uns äußerst schwer damit, alle unangenehmen und schmerzhaften Schicksalsschläge als Folge unserer eigenen Verhaltensweisen im Rahmen des Gesetzes von Saat und Ernte zu erkennen. Die Bereitschaft zur Selbsterkenntnis, zur Reue, zur Bitte um Vergebung und selbst zu vergeben, eventuell zur Wiedergutmachung und die Unterlassung der erkannten Sünden ist kaum noch sichtbar vorhanden, vor allem nicht in gesellschaftlichen Fragen.

 

Frage 28

Was haben die Missstände in gesellschaftlichen Fragen mit Selbsterkenntnis und mit dem Schuldbewusstsein zu tun?

 

Die gesellschaftlichen Fragen schließen die Verantwortung für die Zerstörung der Natur mit ein, das sollte uns bewusst sein. Ob es um die ungerechten Verhältnisse in der Gesellschaft geht, ob national oder international, ob es um die wachsende Kriegsgefahr geht, ob es um Pandemien oder um die nicht mehr zu verkennende Zerstörung der Natur und der Mutter Erde geht – das Werk der Zerstörung ist nicht das Werk von „Denen-da-oben“, sondern wir alle haben uns über mehrere Generationen und Inkarnationen schuldig gemacht und das wird total verkannt.

 

Frage 29

Kann das Bewusstsein, dass wir alle ehemalige reine Geistwesen sind, oder gefallene ehemalige Engel, wie es manchmal auch genannt wird, an dem verlorenen Schuldbewusstsein und an der Gewissenslosigkeit etwas ändern?

 

Würden alle Menschen bei sich selbst damit beginnen, Gott unseren Schöpfer und die Schöpfung zu lieben, würden wir aufhören zu töten, zu hassen, zu neiden, zu lügen und zu betrügen, wenn jeder seinen Egoismus freiwillig opfern würde zum Wohle des großen Ganzen, dann würde sich nicht nur etwas ändern, sondern dann würde sich alles ändern. Jeder einzelne Mensch ist ein Teil der Menschheit und alle Veränderungen kann jeder nur bei sich selbst vornehmen. Niemand kann und soll seine Mitmenschen ändern wollen. Jeder sollte sich an die eigene Nase fassen.

 

Frage 30

Das klingt irgendwie logisch und plausibel, aber gleichzeitig kommen da Bedenken in einem hoch. Was ist denn, wenn die anderen nicht mitziehen, wenn die Mehrheit der Menschheit sich immer wieder in Kriege und Faschismen, in ein heilloses Gegeneinander statt in ein gedeihliches Miteinander verwickeln lässt?

 

Aktuell sieht es tatsächlich so aus, dass die Masse der Menschen nicht bereit ist umzudenken. Aktuell geht die Masse der Menschen weltweit der Propaganda der Obrigkeiten auf den Leim und es sieht tatsächlich so aus, dass die Masse sich nicht ändern will. Wer aber so denkt, der externalisiert seine eigene Verantwortung und hat offensichtlich nicht das Fallgeschehen vor dem Inneren Auge, was automatisch dazu führen würde, dass jeder einzelne beginnt, über mehrere Leben und darüber hinaus über das Leben im Jenseits zu denken, denn dort „spielt die wahre Musik“.

 

Frage 31

Was bedeutet die Formulierung: „ Im Jenseits spielt die wahre Musik“? Bedeutet das etwa, dass auf Erden „nichts mehr zu löten“ ist, wie man so sagt?

 

Uns ist offenbart, jedenfalls habe ich es so verstanden, dass das Fallgeschehen, der Engelsturz also, von Anfang an eine „Episode“ im Plan der Schöpfung ist, was dessen Vergänglichkeit bedeutet. Das bedeutet, dass der Christusweg der Erlösung von den Verstrickungen aller Fallwesen, die wir inkarnierten Menschlein ja sind, dafür sorgt, dass alle gefallenen Engel, die noch als Seelen in den Seelenreichen leben oder, die auf Erden inkarniert sind, als ehemalige Lichtwesen wieder dem ewigen Lichte zustreben werden. Diesen Prozess nennt man auf Erden Evolution.

 

Frage 32

Noch einmal anders nachgefragt: „Ist die Erde und ist die Menschheit überhaupt noch zu retten?“

 

Alle echten Propheten aller Zeiten, so auch die Prophetin Gabriele, durch die kein anderer als Christus selbst in dieser Zeitenwende zu uns spricht, und uns die Dinge mitteilt, die Christus uns in Gestalt des Jesus von Nazareth vor zweitausend Jahren noch nicht nahebringen konnte, weil wir damals die kosmischen Dimensionen noch nicht fassen konnten, sagen das Ende dieser, von den Dämonen geprägten Zivilisation voraus. Mit einfachen Worten ausgedrückt: Alle Seelen und mit ihnen die gesamte Materie, werden sukzessive wieder in das Reich Gottes zurückkehren.

 

Frage 33

Da werden sich so manche Zweifler fragen, wieso Gott das Fallgeschehen überhaupt zugelassen hat, wenn von vornherein feststeht, dass sich ohnehin alle Fallwesen wieder in ihren ursprünglichen Zustand als Lichtwesen in Gott hochtransformieren werden.

 

Als verschattete Seelen machen wir ja täglich Erfahrungen mit unseren Schatten und mit unseren charakterlichen Unzulänglichkeiten. Wir leben als Menschen in einer Echo-Welt. Wir machen deswegen Erfahrungen mit uns selbst, weil alle Energien, die wir einst ausgesandt haben und die wir jeden Augenblick aussenden, im Kosmos und in unserer Seele gespeichert sind. Diese Energien, ob positiv oder negativ, kommen irgendwann auf uns zurück. Wir begegnen uns also immer selbst und wir haben die freie Entscheidung, ob wir unsere Irrwege fortsetzen wollen.

 

Frage 34

Die obige Antwort könnte vermuten lassen, dass wir selbst, die Fallwesen, auch diejenigen sind, die das Fallgeschehen beenden sollen und dieses auch über lange Zeiträume, die wir uns nicht vorstellen können, tun werden. Ist dem so und wer garantiert uns das?

 

Wenn ich die Christus-Botschaften der Neuzeit richtig verstanden habe, dann ist die Freiheit eine der Grundeigenschaften Gottes. Gott lässt uns gewähren. Wir sind darin frei, uns so zu verhalten, wie wir uns als Kinder Gottes verhalten sollen oder eben auch nicht. Verhalten wir uns untereinander und dem Leben gegenüber feindlich und gegensätzlich, statt harmonisch und friedlich in Harmonie und in göttlicher Einheit, dann ernten wir genau dasjenige, was wir bestellt haben. Wir ernten Leid, weil wir Leid gesät haben, um im Leid das Kausalgesetz zu begreifen.

 

Frage 35

Dann wäre das ganze Fallgeschehen ja ein Prozess der Evolution vom Licht in die Dunkelheit und zurück oder anders ausgedrückt: Ein Prozess der Regeneration, der einer Degeneration folgt. Kann man das so sehen?

 

So ähnlich kann man sich das sicher vorstellen. Das Entscheidende dabei ist aber, dass sich der Fall von Anfang an gegen das Leben und gegen die Schöpfung richtet und das Leben ist Gott. Aus diesem Schlamassel kommen wir weder als Menschen, noch als Seelen in den Seelenreichen, von alleine heraus. Wir sind zwar in unseren Entscheidungen frei darin, die göttlichen Gesetze zu befürworten, aber wir brauchen die Christus-Kraft der Erlösung, um uns von unseren weltlichen Bindungen lösen zu können. Wer sich in Charakterarbeit übt, der weiß das genau.

 

Frage 36

Wie funktioniert das mit der Christuskraft der Erlösung? Wie kommen wir an die Christuskraft der Erlösung heran, wenn wir den Weg der Erlösung gehen wollen?

 

In der Frage ist fast schon die Antwort enthalten, nämlich der Wille ist die Kraft der Erlösung, aber eben nicht des Menschen Eigenwille, sondern der Wille Gottes in uns. Immer wieder lehrte uns schon Christus in Gestalt des Jesus von Nazareth das berühmte: „Dein Wille geschehe“ und das lehrt uns Christus heute erneut durch Seine Prophetin Gabriele: „Vater, Dein Wille geschehe, nicht mein Wille, der noch vom niederen menschlichen Egoismus geprägt ist.“ Der Wille Gottes ist in uns, weil Gott in allem ist, was ist, und Christus, unser Erlöser ist auch in uns.

 

Frage 37

Wenn Gott in allen Menschen und Seelen ist und wenn die Christuskraft der Erlösung auch in uns allen drin ist, wieso kommt es dann nicht zur Entfaltung dieser heiligen Kräfte, mit denen alles Leid auf Erden ein Ende hätte?

 

Es ist schon weiter oben gesagt, dass im Jenseits „die Musik gespielt wird“. In den Reinigungsebenen mit ihren verschiedenen Bewusstseinsstufen entscheiden wir als Seele selbst, ob wir und warum wir uns erneut auf Erden einverleiben. Das geht aber nicht mehr lange, denn es werden bald nur noch höherschwingende und reine Geistwesen inkarnieren können, um die Erde schwingungsmäßig höher zu transformieren. So wird über Generationen das Friedensreich Christi auf Erden auf einer neuen Erde entstehen, mit dem Ziel, dass alle Materie wieder zu Geist wird.

 

Frage 38

Und was passiert dann mit den Seelen, die auf der Erde die göttlichen Ziele in sich noch nicht entwickelt haben und sich dann auch nicht mehr auf Erden einer erneuten Bewährung stellen können?

 

Wer sich jetzt nicht eines Besseren besinnen möchte, der wird in den Ebenen der Reinigung all das schmerzhaft abtragen müssen, was er an Schmerzen auf Erden verursacht hat, statt sich wieder den Gesetzen Gottes zu beugen. Während wir auf Erden Vergebung unserer Sünden erfahren können, und somit nicht mehr alles abtragen müssen, was wir einst verursacht hatten, müssen die Uneinsichtigen über das Leid alles abtragen, was sie in die atmosphärische Chronik eingebracht haben. Aber auch schwerbelastete Seelen gehen nicht verloren, aber sie müssen zahlen.

 

Frage 39

Eigentlich ist das Gerechtigkeit pur und ein Beweis der Liebe und der Geduld Gottes, wenn Er uns so lange im Erdenkleid gewähren lässt, bis wir einsichtig werden. Kann man die Erde als Schulungsort für die Charakterbildung ansehen, die keinen anderen Zweck erfüllt, das Fallgeschehen, unsere Abwendung von Gott also, zu überwinden?

 

Ja, aber in Einheit mit den Seelenreichen, wo wir ja auch belehrt und unterwiesen werden, u.a. auch darin, dass es nicht Gottes Wille ist, dass wir inkarnieren, denn jede Inkarnation birgt ja auch die Gefahren weiterer Belastungen für unsere Seele in sich. Interessant ist doch, dass eine Umfrage auf Erden, ob wir hungern oder essen wollen, ob wir Frieden oder Krieg wünschen, ob wir Hass oder Liebe wollen, mehrheitlich positiv entschieden werden würde. Die Krux ist „nur“: Fast keiner will auch den Preis für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit zahlen … …

 

Frage 40

Was ist denn der Preis für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit? Ist er so hoch, dass Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit unerschwinglich sind?

 

Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sind für niemanden unerschwinglich. Jeder kann den Preis dafür zahlen, wenn er nur will. Das ist das alles Entscheidende: Wir wollen den Himmel auf Erden umsonst haben und diese Illusion müssen wir uns von der Backe putzen. Wir kommen nicht umhin, als uns schrittweise, aber vollständig auf die Erfüllung der Gebote Gottes durch Moses, einschließlich der Friedens- und Lebensregeln Christi der Bergpredigt zu besinnen und praktisch im Leben umzusetzen. Das kann jeder, der dazu willens ist. In dem Moment, wo wir das tun wollen, wird die Christuskraft der Erlösung in uns wach und wirksam.

 

* * *

 

EPILOG

 

Wahrscheinlich sind die Ausführungen in dem obigen „Engel-Sturz-Dialog“ für so manchen Leser nicht befriedigend. Vielleicht hat der obige „Engel-Sturz-Dialog“ sogar für die meisten Leser mehr Fragen als Antworten aufgeworfen. Wenn dem so ist, kann es nur eine Abhilfe geben, nämlich das Lesen der Christus-Offenbarungen selbst, die im Gabriele-Verlag oder im Buchhandel erworben werden können. Die Website Christusgewissen kann, will und darf nur ein erstes Interesse wecken. Das trifft auch für dieses Thema zu. Nur die Original-Literatur kann maßgeblich sein!!

 

Im Gabriele-Verlag findet man nicht nur hervorragende Literatur-Beschreibungen, sondern es ist auch möglich, sich telefonisch zu bestimmten Themen die passende Literatur zu erfragen. Einzig die Christus-Offenbarungen selbst, die durch die Prophetin Gabriele zu uns gelangen, können unsere Herzen für die absolute Wahrheit öffnen. So ist es auch mir ergangen. Sekundärliteratur kann bestenfalls erste Aufmerksamkeit erwecken, aber niemals das erreichen, was nur die durchgeistigte Sprache Christi selbst vermag: Das Innere Bewusstsein zu erwecken.

 

Mich persönlich hat in ganz besonderer Weise das Buch: „SEIN AUGE – Die Buchhaltung Gottes“ angesprochen, weil dort detailliert beschrieben ist, wie das Gesetz von Saat und Ernte funktioniert, eingebettet in das Fallgeschehen, wobei der Leser auch die satanischen Raffinessen erfährt, um besser auf der Hut zu sein. Dieses Buch nehme ich immer wieder zur Hand und jedes Mal entdecke ich Neues darin, weil unser Bewusstsein nie alles auf einmal aufnehmen kann. Von daher die lohnende Empfehlung: Lest in erster Linie die Original-Christus-Offenbarungen!!

 

 

* * *

 

Abschließend zu dem Kapitel des Engelsturzes soll die folgende Lyrik von Paul Gerhardt, als Zeugnis eines echten und wahren Gottvertrauens, dazu animieren, sich dessen bewusst zu werden, warum wir vorübergehend als Mensch auf Erden sind:

 

 

Paul Gerhardt

1607 – 1677

 

ICH BIN EIN GAST AUF ERDEN

 

Ich bin ein Gast auf Erden und hab´ hier keinen Stand;

der Himmel soll mir werden, das ist mein Vaterland.

Hier reis´ ich bis zum Grabe; dort in der ew´gen Ruh

ist Gottes Gnadengabe, die schließt all Arbeit zu.

Was ist mein ganzes Wesen von meiner Jugend an

als Müh´ und Not gewesen? Solang´ ich denken kann,

hab´ ich so manchen Morgen, so manche liebe Nacht

mit Kummer und mit Sorgen des Herzens zugebracht .

Mich hat auf meinen Wegen manch harter Sturm erschreckt;

Blitz, Donner, Wind und Regen hat mir manch Angst erweckt;

Verfolgung, Hass und Neiden, ob ich´s gleich verschuld´t,

hab ich doch müssen leiden und tragen mit Geduld.

So ging´s den lieben Alten, an deren Fuß und Pfad

wir uns noch täglich halten, wenn´s fehlt an guten Rat;

sie zogen hin und wieder, ihr Kreuz war immer groß,

bis dass der Tod sie nieder legt in des Grabes Schoß.

Ich habe mich ergeben in gleiches Glück und Leid;

was will ich besser leben als solche großen Leut?

Es muss ja durchgedrungen, es muss gelitten sein;

wer nicht hat wohl gerungen, geht nicht zur Freud hinein.

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,

doch denk´ ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.

Ich wand´re meine Straße, die zu der Heimat führt,

da mich ohn´ alle Maße mein Vater trösten wird.

Mein´ Heimat ist dort droben, da aller Engel Schar

den großen Herrscher loben, der alles ganz und gar

in seinen Händen träget und für und für erhält,

auch alles hebt und leget, wie es ihm wohlgefällt.

Zu dem steht mein Verlangen, da wollt´ ich gerne hin;

die Welt bin ich durchgangen, dass ich´s fast müde bin.

Je länger ich hier walle, je wen´ger find´ ich Freud,

die meinem Geist gefalle; das meist´ ist Herzeleid.

Die Herberg´ ist zu böse, der Trübsal ist zu viel.

Ach komm, mein Gott, und löse mein Herz, wenn dein Herz will;

komm, mach ein selig´s Ende an meiner Wanderschaft,

und was mich kränkt, das wende durch deinen Arm und Kraft.

Wo ich bisher gesessen, ist nicht mein rechtes Haus.

Wenn mein Ziel ausgemessen, so tret´ ich dann hinaus;

und was ich hier gebrauchet, das leg´ ich alles ab,

und wenn ich ausgehauchet, so scharrt man mich ins Grab.

Du aber, meine Freude, du meines Lebens Licht,

du ziehst mich, wenn ich scheide, hin vor dein Angesicht

ins Haus der ew´gen Wonne, da ich stets freudenvoll

gleich wie die helle Sonne mit andern leuchten soll.

Da will ich immer wohnen – und nicht nur als ein Gast –

bei denen, die mit Kronen du ausgeschmücket hast;

da will ich herrlich singen von deinem großen Tun

und frei von schnöden Dingen in meinem Erbteil ruh´n.

 

* * *

 

 

Gez.: Uwe-Ferdinand Jessen

Flensburg, den 11.08.2020